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Lebensmittelskandale verunsichern auch im Jahr 2010/2011 die Verbraucher. Diese fordern schon lange Lebensmittel, die diesen Namen auch verdienen. Viele der Konsumenten setzen in ihrem Kaufverhalten darum auf Bio. Trotz einer hohen Nachfrage verliert Deutschland, wenn man der von den GRÜNEN vorgestellte Studie der Universität Bonn Glauben schenkt, den Anschluss an eine positive Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft. Es ist ratsam, so Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, dass die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Rahmenbedingungen für den Öko-Landbau positiv verändern und damit „das Steuer in letzter Sekunde, zu Gunsten einer Ökologischen Landwirtschaft, herumreißen“. Wie die steigende Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln belegt, lohnt es sich, auch für deutsche Landwirte, Händler und Verbraucher, den Trend zur nachhaltigsten Form der Landwirtschaft zu befürworten. Landwirte fragen sich verstärkt, ob Junglandwirte eine berufliche Zukunft haben. und warum die Landwirtschaft in neuerer Zeit als ökologische Gefahr angesehen wird.
Für eine besser funktionierende Agrarpolitik demonstrieren?
Während der Agrarmesse „Grüne Woche“, in Berlin, treffen sich am 21. Januar 2012 zum zweiten Mal, Landwirtschaftsminister und internationale Agrarkonzerne aus aller Welt. (Die Geschichte der "Grünen Woche) Die Ökoverbände kritisieren, dass die Agrarkonzerne grenzenlose Märkte für Gen-Saat, Agro-Chemie und Industrie-Food einrichten wollen, um mit weiteren Milliarden an Subventionen, mit der Zustimmung der Bundesregierung, Bauerhöfe zu Agrarfabriken umzufunktionieren. Hohenester und Naturland unterstützen am Aktionstag die Forderungen der Initiative „Wir haben es satt“:
- einen sofortiger Ausstieg aus der Gentechnik
- ein Stopp der Subventionen für eine industrielle Tierhaltung
- ein Stopp der Lebensmittel Dumping-Exporte in „Entwicklungsländer“
- ein Stopp der Spekulationen mit Lebensmitteln
- weltweite faire wirtschaftliche Marktregen für eine bäuerlich ökologische Landwirtschaft
Der Demo schließen sich weitere Verbände an
Das Erwerbslosenbündnis „Krach schlagen statt Kohldampf schieben“ ruft mit der Kampagne "Erst kommt das Fressen, dann die Moral?" alle Erwerbslosen zu einer Teilnahme an der Demonstration auf. Sie erachten es als unmöglich, sich mit einem Tagessatz von insgesamt etwa 3,50 Euro menschenwürdig und gesund zu ernähren. Die Abschlusskundgebung mit „Rock for Nature“ findet im Anschluss am Brandenburger Tor statt.
Von der Bundesregierung und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, EU wird gefordert
Zum Beginn der „Grünen Woche“, fordert Naturland die Bundesregierung auf, den Anschluss an eine ökologische, zukunftsfähige Landwirtschaft nicht zu verpassen. Hohenester merkt an, dass die Nachfrage der Verbraucher nach Ökoprodukten stärker ansteige als die Umstellungsrate der Höfe. Er sieht die Ökoflächen als ein Gewinn für Boden-, Klima-, Wasser-und Artenschutz und freut sich über jede Öko-Fläche zusätzlich. Er besteht darauf, dass besonders im ländlichen Raum eine regionale, ökologische Erzeugung mit Erhalt der Kulturlandschaft und der Arbeitsplätze vorrangig gefördert werden muss. Mit Blick auf die geplante Demonstration am Samstag fügt er hinzu, dass die Ökolandwirte die perspektivlose deutsche Agrarpolitik, den Raubbau an der industriellen Landwirtschaft ohne Flächenbindung satt haben. Hohenester führt den geplanten Ausstieg aus der Öko-Förderung zum Beispiel von Schleswig-Holstein und die Öffnung des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau für „sonstige nachhaltige Landwirtschaftsformen“ als kontraproduktiver Tiefpunkt für Zukunftsinvestitionen in der Landwirtschaft an. Es ist klar ersichtlich, dass die Vertbraucher kritisch einkaufen und Obst und Gemüse nicht zu jedem Preis erwerben wollen.
Der Öko-Landbau setzt auf traditionelle Bauernhöfe
Im Öko-Landbau, der Demeter Landesverband Baden-Württemberg feierte 2010 seinen 50. Geburtstag, ist die Verbindung von Pflanzenanbau und Tierhaltung eng miteinander verknüpft. Im Jahr 2011 wurde eine weitere Förderung des ökologischen Anbaus angehoben. Eine Überproduktionen von Lebensmitteln und eine Überdüngung der Böden werden durch eine Flächenbindung an den Tierbestand verhindert. Momentan sucht Bioland intensiv Schweinemäster die auf Öko-Zucht umstellen wollen. Als Gesamtsystem erbringt der Öko-Landbau zudem besonders viele ökologische und soziale Leistungen, die sich in den neuen Zielen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) wiederfinden. Naturland kommentiert die GAP-Vorschläge von Agrar-Kommissar Ciolos, in einem Positionspapier zur EU-Agrarpolitik. Außenstehende werden darüber informiert, dass Öko-Betriebe auch mit modernen Kommunikationsmitteln arbeiten.
Ist die Europäische Agrarpolitik zukunftsfähiger als deutsche Agrarpolitik?
Die Struktur der europäischen Agrarförderung steht vor einer wesentlichen Veränderung. Im November 2010 veröffentlichte der europäische Agrarkommissar Ciolos, für die Haushaltsperiode 2014 bis 2020 Vorschläge der Europäischen Kommission zur Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Diese orientieren sich erstmals an den Umweltschutz. Wegen der hohen Ziele bleiben, da es den neuen Regelungen noch am soliden Unterbau fehlt, besonders Fragen wegen der Finanzierung der zukünftigen GAP. Es ist noch unklar, ob das EU-Budget der Vorjahre erhalten bleibt und noch wird der umstrittene Aspekt einer Kofinanzierung durch die Länder angesprochen. Letzteres ist jedoch entscheidend, wenn es darum geht, ob theoretisch verfügbare EU-Gelder, in Zeiten knapper Länderhaushalte, tatsächlich bei den (Öko-)Bauern ankommen. Das Beispiel Schleswig-Holstein zeigt, wie Länder-Prioritäten zum Nachteil der regionalen und ökologischen Landwirtschaft gesetzt werden. Deutschland wird, in diesem Zusammenhang, von seinen europäischen Nachbarn, als Bremser wahrgenommen. Naturland bemängelt, dass der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner der Mut, fehlt Deutschlands Stärke in der EU einzusetzen.
Quelle: Wir haben es satt.de
überarbeitet im Januar 2012
