Schlacht bei Tannenberg anno 1410 wird aufgearbeitet

Schlacht bei Grunwald (Bitwa pod Grunwaldem) - Jan Matejko - Nationalmuseum Warschau
Schlacht bei Grunwald (Bitwa pod Grunwaldem) - Jan Matejko - Nationalmuseum Warschau
Das Deutsche Kulturforum östliches Europa lädt zu einer Tagung, um hinter die Mythen um die Schlacht von Tannenberg anno 1410 zu schauen.

Die Schlacht bei Tannenberg/Grunwald im Jahr 1410 jährt sich am 15. Juli 2010 zum 600ten Mal. Sie gilt als eine der größten und letzten Schlachten des Mittelalters. Ein Heer des Deutschen Ordens unter Hochmeister Ulrich von Jungingen stand einer vereinigten Streitmacht des polnischen Königs Wladyslaw II. Jagiello und des litauischen Großfürsten Vytautas gegenüber. Über 100 Jahre gab es schon kriegerischer Auseinandersetzungen mit den Litauischen Großfürsten und eine andauernde Rivalität mit polnischen Königen. Diese Spannungen entluden sich am 15. Juli 1410 auf dem Schlachtfeld bei Tannenberg. Dort erlitten die Truppen des Deutschen Ordens eine schwere Niederlage. Die Schlacht bei Tannenberg markierte den Anfang des Niedergangs der Herrschaft des Deutschen Ordens. Was wiederum den Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg aus dem Haus Hohenzollern den Aufstieg zu Königen von Preußen möglich machte und was schließlich auch im Ersten Weltkrieg 1914 zu der zweiten Schlacht bei Tannenberg führte.

Das zweite Leben der Schlacht von Tannenberg

Mehr als vier Jahrhunderte danach begann „das zweite Leben“ der Schlacht bei Tannenberg. Sie wurde zu einem sehr wichtigen Symbole bei der Konstruktion einer nationalen Identität für Polen und für Litauen.

Diese nationalen Mythen wurden und werden immer noch durch literarische und künstlerische Werke untermauert und am Leben erhalten. Die Thematik der Werke hinterfragt oft nicht die Leidenswelten, die in den Mythen überliefert werden. So besteht die Gefahr der Fortpflanzung von Fehl- und Vorurteilen.

Auseinandersetzung mit dem Mythen um Tanneberg

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa will mit einer international besetzten populärwissenschaftlichen Konferenz die Schlachten selbst und die sich um sie rankenden Mythen thematisieren und hinterfragen. Die Veranstalter haben dazu renommierte Wissenschaftler eingeladen. Mit Vorträgen und Diskussionen soll versucht werden, den aktuellen Stand der Forschung über die Schlacht bei Tannenberg darzustellen. Und es sollen universelle Aspekte der Konstruktion des Kollektivgedächtnisses aufgezeigt werden. Dazu wird die Rezeption von Nationalmythen damals und heute und ihre Identität stiftende Wirkung untersucht. Daneben wird die Darstellung der Schlacht in der Kunst, Musik, Literatur und im Film beleuchtet.

Diese Tagung bietet interessierten Laien und ausgewiesenen Experten die Chance gemeinsamer Betrachtung des Themas und es so aus den verschiedenen nationalen Sichtweisen herauszulösen und einen europäischen Blick auf den historischen Erinnerungsort Tannenberg zu gewinnen.

Die Veranstaltung

Tannenberg — Grunwald — Žalgiris 1410 — 2010

Schlachtfeld der Nationalmythen?

Film — Vorträge — Podiumsdiskussion

Anlässlich des 600. Jahrestages der Schlacht bei Tannenberg

Termin: 2. und 3. Juli 2010

Orte:

Kinosaal im Filmmuseum Potsdam, Breite Straße 1 A, D-14467 Potsdam

Vortragsaal im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Am Neuen Markt 9, D-14467 Potsdam

Kontakt: Deutsches Kulturforum östliches Europa e. V., Am Neuen Markt 1, D-14467 Potsdam, Fon +49 (0) 331 20098-18

Bild: Schlacht bei Grunwald (Bitwa pod Grunwaldem), Historiengemälde von Jan Matejko, Öl auf Leinwand, 1872—1878, Nationalmuseum Warschau

Harald Rossa, Photo: Heike Rossa      Rechte:Harald Rossa:

Harald Rossa - In Flensburg kam ich 1949 zur Welt und bin in dieser schönen Stadt aufgewachsen. Mit dem Schulabschluss begannen die Lehr- und ...

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