
- Nader und Simin - Eine Trennung - Blu-ray-Cover - Alamode Film
Zahlreiche internationale Preise hat der iranische Film "Nader und Simin - Eine Trennung" bereits eingeheimst. Der bisher größte ist der Golden Globe in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Eine Stufe höher ist jedoch auch noch möglich, denn "Nader und Simin" wurde für einen Oscar in der gleichen Kategorie nominiert und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, auch diese Trophäe zu gewinnen. Das Drama steht seit dem 27. Januar 2012 auf DVD und Blu-ray im Handel.
"Nader und Simin - Eine Trennung": Die Handlung des Dramas aus dem Iran
Nader (Peyman Moadi) versteht die Welt nicht mehr: Seine Frau Simin (Leila Hatami) möchte unbedingt gemeinsam mit der jungen Tochter das Land verlassen. Nader jedoch fühlt sich seinem an Alzheimer erkrankten Vater verpflichtet und möchte im Iran weiter für ihn sorgen. Nach einem Besuch beim Scheidungsrichter zieht Simin schon mal aus der Wohnung aus - und Nader holt sich eine Haushaltshilfe, die sich um seinen Vater kümmert. Die sehr gläubige und schwangere Razieh (Sareh Bayat) übernimmt diesen Posten, gerät jedoch bald in Konflikt mit sich selbst und ihrem Glauben, als sie den hilflosen alten Mann waschen soll. Es dauert nicht lange, da laufen die Geschehnisse aus dem Ruder - und Nader und Razieh sehen sich plötzlich vor Gericht wieder.
Asghar Farhadi - Regisseur von "Nader und Simin - Eine Trennung"
Ein Unbekannter ist der Regisseur Asghar Farhadi in Deutschland beileibe nicht mehr. Der 1972 geborene Iraner steht bereits seit 2003 hinter der Kamera und holte Preise für alle seiner bisherigen fünf Filme. Farhadi inszenierte "Raghs dar ghobar", "Shah-re ziba" und "Chaharshanbe-soori", ehe er mit dem Mystery-Drama "Alles über Elly" (2009) erstmals beim Filmfestival Berlin auffällig wurde. Der Film, für den er Regie führte, das Drehbuch schrieb und für die Produktion zuständig war, erhielt den Silbernen Bären für die beste Regie und eine Nominierung für den Goldenen Bären als bester Film. Mit "Nader und Simin" nahm Farhadi ebenfalls die drei großen Tätigkeitsbereiche auf sich - mit noch größerem Erfolg: Das Drama heimste insgesamt fünf Preise auf der Berlinale ein, es gab Auszeichnungen für den Film selbst sowie die Schauspieler Peyman Moadi, Shahab Hosseini, Leila Hatami und Sareh Bayat.
Die Darsteller aus "Nader und Simin" - teils erfahren, teils Neulinge
Eines haben die Darsteller aus "Nader und Simin" gemeinsam: Sie stellen ihre Rollen sehr glaubhaft dar, obwohl zwei der Hauptdarsteller bisher kaum bis keine Filmerfahrung haben: Während die 1972 geborene Simin-Darstellerin Leila Hatami seit 1984 mit Filmen wie "Ertefae Past" (2002) und "Parse Dar Meh" (2010) zu sehen war, spielte Nader-Darsteller Peyman Moadi bisher lediglich unter gleicher Regie wie hier in "Alles über Elly". Sareh Bayat, die die Razieh verkörpert, spielt sogar erst in ihrer allerersten Rolle, während der Darsteller von Hodjat, dem Ehemann von Razieh, deutlich mehr Erfahrung hat: Shahab Hosseini steht seit 2002 vor der Kamera, kennt Regisseur Farhad bereits aus "Alles über Elly", Hatami aus "Parse Dar Meh" und spielte ansonsten unter anderem in "Die fünfte Reaktion" (2003) und "Auf Wiedersehen" (2011).
Film-Kritik - Oscar-nominiertes und Golden-Globe-prämiertes Iran-Drama "Nader und Simin"
Mit dem Golden Globe wurde "Nader und Simin - Eine Trennung" ausgezeichnet, für den Oscar als bester fremdsprachiger Film sowie für das Drehbuch nominiert. Und das Iran-Drama darf sich tatsächlich große Hoffnungen machen, auch weitere Preise einzuheimsen. Sehr behutsam entwickelt sich eine Art Justiz- und Sozialdrama, das sich um Liebe und Vertrauen, um Ehre und Glauben dreht. Klasse spielen hierbei die vier Hauptdarsteller, von denen man in Zukunft noch deutlich mehr hören sollte. Gleiches gilt für Regisseur, Autor und Produzent Asghar Farhadi, der sich durch seine gefühlvolle und ruhige, gleichzeitig aber höchst dramatische Inszenierung international einen Namen gemacht hat. Das Bonusmaterial der Blu-ray hält leider nicht viele Extras bereit. Es gibt Interviews mit Farhadi und Hatami zu sehen, dazu Trailer und ein kleines Special über die vorherigen Filme Farhadis. Optik und Akustik der Blu-ray sind dagegen sehr angenehm und unterstreichen die Klasse des Films. Bei der Oscar-Verleihung am 26. Februar muss sich "Nader und Simin" gegen den belgischen "Bullhead", den israelischen "Hearat Shulayim", "In Darkness" aus Polen und "Monsieur Lazhar" aus Kanada messen. Für das beste Original-Drehbuch tritt Farhadi gegen Michel Hazanavicious ("The Artist"), Kristen Wiig und Annie Mumolo ("Brautalarm"), J.C. Chandor ("Der große Crash") und Woody Allen ("Midnight in Paris") an. Und während die Chancen für den Drehbuch-Oscar doch ein wenig unwahrscheinlich erscheinen, gilt der Oscar für den besten fremdsprachigen Film als so gut wie sicher.
Filmangaben
Titel: Nader und Simin - Eine Trennung
Originaltitel: Jodaeiye Nader az Simin
Genre: Drama
Land, Jahr: Iran, 2011
Verleih: Alamode Film
Regie: Asghar Farhadi
Drehbuch: Asghar Farhadi
Darsteller: Peyman Moadi, Leila Hatami, Sareh Bayat, Shahab Hosseini
Laufzeit: 123 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahre
Leihstart: 4. Januar 2012
Kaufstart: 27. Januar 2012
