
- Die Diätlügen unter der Lupe - ARD/Markus Tedeskino
Das facettenreiche Thema „Die dicksten Diätlügen: Was macht wirklich dünn?" ist griffig formuliert. Fast täglich kommen neue Abspeckmethoden mit vermeintlichen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf den Markt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Herbst 2011 10 Online-Diätprogramme einem dreimonatigen Praxistest unterzogen. Diätprogramme im Internet finden immer mehr Beachtung. Nur 10 bis 20 Prozent der Interessierten sind Männer. Ein Appetitzügler oder eine Diät, ob durch Zeitschrift oder Internet oder „vom Hörensagen“ näher gebracht, erfährt vor allen Dingen bei Frauen wachsende Bedeutung und auch Beliebtheit. Die DGE hat die Programme auf Kosten, Gesamtkonzept, Ernährung, Bewegung, Lebensstilaspekte, praktische Umsetzung, Service und Handhabung der Website untersucht und jeweils sieben Personen mit einem Diätprogramm konfrontiert. Drei Programme schnitten beim Test mit der Note gut ab, während vier Programme als befriedigend und drei Programme als lediglich ausreichend eingestuft wurden.
Die Gäste bei „Menschen bei Maischberger“
Als Gäste zu den dicksten Diätlügen wurden die Schauspielerin Christine Neubauer, der Arzt und „Diät-Guru“ Dr. Wolf Funfack, das Model Nina Kristin, die Bauchtänzerin Marianne Gruber, die ehemalige Postbeamtin Susanne Schmidt und der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop eingeladen.
Die Schauspielerin Christine Neubauer stand in ihren Rollen und „Vollweib“-Büchern zu ihren üppigen Körpermaßen. Sie bezeichnet auch sich selbst gern als „Vollweib“. Die erfolgreiche und beliebte Christine Neubauer war bei allen Frauen, die mit Diät keinen bleibenden Erfolg hatten, auch für diese Eigenschaft beliebt und war deren Trost. Christine ist Deutschlands beliebteste Schauspielerin. Sie nahm seit letztem Sommer zehn Kilo ab und hofft, ihr neues Gewicht auch auf Dauer zu halten. „Ich war ein Diät-Junkie", sagt Christine Neubauer über sich, die erstmals mit 16 Jahren versuchte, abzunehmen.
Dr. Wolf Funfack ist der Erfinder der Trenddiät „Metabolic Balance". Damit schuf sich der Arzt aus Oberbayern einen weltweiten Ruf als „Diät-Guru“. Die Basis seiner Diät ist einfach: 3 Mahlzeiten pro Tag, dazwischen 5 Stunden Pause, und nach 21 Uhr darf man nichts mehr essen. Sein Ruf als Guru resultiert aber auf einem detaillierten Ernährungsplan, den Funfack jedem Abnehmwilligen erstellt, nachdem ein Bluttest durchgeführt wurde.
Auch das Model Nina Kristin muss etwas tun, um das Gewicht von 44 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,64 Meter zu halten. Sie isst von „allem nur die Hälfte" und nach 18 Uhr gar nichts mehr. Dazu gehört nach ihrer eigenen Aussage „viel, sehr viel Disziplin“. Vor einiger Zeit wog sie zehn Kilogramm mehr und hatte stark zu leiden: „Ich musste Größe 36 tragen und habe es nicht mehr ausgehalten.“ Sie fühlt sich von dickeren Menschen angefeindet.
Marianne Gruber, die Bauchtänzerin aus Wien, steht zu jedem Gramm ihrer 100 Kilogramm und lehnt jegliche Diät ab. Sie arbeitet 16 Stunden pro Tag und lebt nach ihrer Maxime: „Dünne neigen zur Hysterie und Dicke sind die glücklicheren Menschen.“
Susanne Schmidt hat bei einer Kur die Ernährung umgestellt und ihr Körpergewicht von 132 auf 75 Kilogramm reduziert. Dieses Gewicht hält sie noch heute. Ihre Erfahrungen gibt sie in zwei Selbsthilfegruppen weiter.
Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop warnt, dass Diäten dick und krank machen. „Jeder Körper hat sein natürliches Gewicht", sagt Uwe Knop. Und das sei zu 90 Prozent genetisch bedingt.
Die DGE kommt in ihrer oben genannten Untersuchung zu dem Fazit, dass ein Ratsuchender besonders auf die individuelle Betreuung während der Durchführung des Diät-Programms achten sollte, denn „ohne Veränderung von Ernährungsverhalten, Lebensstil und körperlicher Aktivität stellt sich der erhoffte Erfolg nicht ein.“
Ein ganz ähnliches Thema beschäftigte Sandra Maischberger schon am 14.6.2011
"Essen schmeckt: Schluss mit schlank - Lieber dick als auf Diät?"
Günther Jauch ließ in der letzten Woche am 15. Januar über Fettleibigkeit diskutieren.
Quellen: ARD-Pressemeldung, Deutsche Gesellschaft für Ernährung
