
- Der speiende Löwe im Park Glienicke - Harald Rossa
Seit dem 19. August 2010 sprudelt die Löwenfontaine vor dem Schloss in Glienicke wieder und erbaut nun jeden, der über die Königsstraße an dieser wunderschönen Brunnenanlage vorbei kommt. Und sie sprudelt sogar schöner als zu den Zeiten des Bauherrn Prinz Carl von Preußen.
Die Entstehung der Brunnenanlage im Park Glienicke
Die Söhne der Königin Luise bauten rund um Sanssouci um die Wette. Das Schloss Glienicke ließ sich Prinz Carl von Preußen als Sommerresidenz errichten. Er stand dabei in einem gewissen Wettstreit mit seinen beiden Brüdern, dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. und dem späteren Kaiser Wilhelm I., die ihre Sommerschlösser Charlottenhof und Babelsberg bauten.
Prinz Carl von Preußen wurden von seiner Schwester, der Zarin Alexandra Feodorowna, zwei vergoldete Löwen geschenkt. Die beiden Löwen musste Karl Friedrich Schinkel in den Entwurf des Brunnens vor dem Schloss integrieren. Nach dem Vorbild einer Brunnenanlage der Villa Medici plante der preußische Hofarchitekt die Löwenfontaine für das Glienicker Schloss, die 1837 errichtet wurde.
Die Sanierung der Löwenfontaine ab 2008
An der Brunnenanlage nagte lange der Zahn der Zeit und Reparaturen früherer Jahre hatten für zusätzliche Probleme gesorgt. So wurde Ende 2008 bei der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit der Bauforschung und der Dokumentation der Brunnenanlage begonnen, damit diese nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder instand gesetzt wird. Dabei wurde um die richtige Fassung des zwischenzeitlich mehrfach veränderten Brunnens gerungen. Das Ergebnis war, im Wesentlichen die Fassung aus der Zeit des Prinzen Carl wieder herzustellen. Wobei diese vom Fontänenbild her maßgeblich durch einen Wasserschleier anstelle der im Beckenrand eingebauten Wasserspeier in Form von Löwenmedaillons geprägt war. Diese Wasserspeier waren allerdings noch zu Carls Lebzeiten eingebaut worden, weil die Erzeugung eines befriedigenden Wasserschleiers mit der damaligen Technik nicht wirklich gelang. Mit der Sanierung der Brunnenanlage wurden daher aus denkmalpflegerischen Gründen dafür gesorgt, dass beide Fontänenbilder im künftigen Betrieb möglich sind.
Anfang 2009 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Dann kam, was kommen musste. Die Schäden waren schlimmer als gedacht. Und zusätzlich brachten die ersten Arbeiten noch einen bis dahin unbekannten Bombentreffer im Gewölbe ans Tageslicht. Die Planung musste von vorn beginnen und erst im August 2009 ging es mit der Arbeit im Park Glienicke wieder voran. Dabei wurde nun darauf geachtet, dass das Wasser aus der Brunnenanlage schnell abgeführt wird. Denn in der Anlage verbliebenes Wasser war als Ursache vieler Schäden identifiziert worden. Das Mauerwerk und die Zinkgusselemente wurden saniert und die Abdichtung der Anlage, die gesamte Wassertechnik und die Natursteinverblendung erneuert. Dafür war die Kleinigkeit von 320.000 Euro fällig.
Die Mäzene
Wie so oft, so reichten die eigenen Mittel der SPSG nicht für diesen Brunnen, der aber für das Gesamtbild des Schlosses und des Parks in Glienicke von großer Bedeutung ist. Da halfen dann die „Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e.V.“, die „Kurt Lange Stiftung“ und der bekannte Fernsehmoderator Günther Jauch.
Nach all den Mühen konnten die Mäzene am 19. August des Luisenjahrs 2010 den roten Knopf lange drücken. Damit setzten sie die Löwenfontaine in neuer Schönheit in Betrieb. Bis Ende Oktober 2010 wird nun Wasser aus der Havel in den Himmel schießen und aus den Löwenmäulern „kotzen“, wie die Kinder von Günther Jauch die Tätigkeit dieser Wasser speienden Löwen vor vielen charakterisiert haben sollen. Und ab 2011 hofft die SPSG, die nötigen 15.000 Euro, die der Betrieb dieses Brunnens pro Saison etwa kosten wird, doch in ihrem Haushalt aufbringen zu können.
